Informationen zur Situation in der Film- und TV Branche

WER WIR SIND


Was ist die Initiative Mehr Solidarität unter den Medienschaffenden?

 

Mehr Solidarität unter den Medienschaffenden ist eine Initiative zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Vergütungen in der Film- und TV Branche. Wir arbeiten gewerke- und verbandsübergreifend und unterstützend. Die Initiative wurde im März 2017 von Kamerafrau/ Professorin h.c. Ursula Barthold und Kamerafrau/ Filmeditorin/ Dozentin Caroline Rosenau im Großraum Stuttgart ins Leben gerufen.

 

Einmal im Quartal treffen wir uns zum Austausch aktueller Produktionen/ Arbeitsbedingungen und Erfahrungen in der Kultur- und Kreativbranche. Unsere Meet & Greets  dienen nicht nur dem Austausch von Erfahrungswerten und der aktuellen Lage in der Medienbranche, sondern auch dem Netzwerken und dem Bewusstseinschaffen einer Solidarität unter den Medienschaffenden.

Warum die Initiative Mehr Solidarität unter den Medienschaffenden und warum ist diese so wichtig? 

                     

Seit 2016 ist das Thema prekäre Arbeitsverhältnisse in der Kultur- und Kreativbranche aktueller denn je. Zuvor hatte man sich über Honorare und Arbeitsbedingungen mehr oder minder hinter vorgehaltener Hand unterhalten. Sehr viele Medienschaffende können kaum ihren Lebensunterhalt mit ihrer Tätigkeit bestreiten. Viele Solo-Selbstständige/ Freiberufler leben quasi von der Hand in den Mund. Die Studie "Soziale Lage, Arbeitsbedingungen, Berufszufriedenheit und Perspektiven der Beschäftigten der Film- und Fernsehbranche 2015" von Langer Media research & consulting, der Humboldt Universität zu Berlin und Die Filmschaffenden e.V. Vereinigung der Berufsverbände Film und Fernsehen zeigt deutlich auf, wie prekär die Situation der Medienschaffenden in Deutschland aussieht. Ein Signal, was zu ändern. Kurzfristig wäre schön, aber ein Ding der Unmöglichkeit. Wir setzen auf mittel- und langfristige Lösungen bzw. Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt der Kreativschaffenden.

 

Lediglich 39 % der Befragten Teilnehmer der Auswertung  in der Studie "Soziale Lage, Arbeitsbedingungen, Berufszufriedenheit und Perspektiven der Beschäftigten der Film- und Fernsehbranche 2015" gaben an, dass ihr Einkommen aus ihrer Haupttätigkeit reichen würde um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. 17 % verdienen hinzu, 16 % sind abhängig von staatlicher Unterstützung, 13 % sind abhängig von familiärer Unterstützung.

 

Ein weiteres Alarmsignal und Grund genug was dagegen zu unternehmen. Im Kleinen anfangen, über Geld zu reden, Verbesserungen zu suchen und zu finden, Ursachen für diese prekäre Situation zu analysieren und gemeinsam größer und stärker zu werden.

 

Ein schwieriges Unterfangen, aber nicht unmöglich.

 

Regelmäßiger Face - To - Face Austausch ist nicht das Patentrezept, das wissen wir.  Es hilft aber schon mal immens, in einem Markt voller Alleinkämpfer sich regelmäßig zu sehen und auch über Geld mal zu reden, über die Arbeitssituation und welche Möglichkeiten zu einer Verbesserung in der Kultur- und Kreativbranche und für jeden einzelnen Kreativunternehmer führen können/ könnten.

 

Unternehmerisch denken, sich auf dem Markt positionieren, ein Bewusstsein schaffen für den Wert der eigenen Arbeit. Themen, die selbstverständlich z.B. bei Handwerkern während ihrer Ausbildung zum Meister besprochen werden, finden in den Ausbildungsstätten unserer Branche so gar nicht statt. Die Preisgestaltung in der Kultur- und Kreativbranche richtet sich nach Mindesttariftabellen und Pi mal Daumen Preisen, aber nicht nach einer betriebswirtschaftlichen Auswertung und langfristigen tragfähigen Berechnungen.

 

Es ist ein breites Feld voller Fragezeichen für die Zukunft der Kreativdienstleister- und Schaffenden in der Medienbranche. Die bevorstehende Altersarmut, kaum Absicherungen und von seiner Tätigkeit nicht leben zu können dürfen nicht weiterhin ein Standard bzw. der Alltag in der Film- und Fernsehbranche sein.

 

Viele Initiativen, Netzwerke, Berufsverbände sowie die Gewerkschaft Verdi haben die Problematik bereits erkannt und arbeiten daran.

 

Das finden wir sehr gut!

 

Wir sind auch der Ansicht, dass diese Situation nur gemeinsam verbessert werden kann. Raus aus dem Einzelkämpferstatus und der Komfortzone und zusammen größer werden, zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und Solidarität unter ihres-/ seines gleichen. Kurz auf den Punkt gebracht: Zusammenhalten und gemeinsam diese Probleme angehen.

 

Alle!